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Die Saharasia-These oder Wie das Patriarchat entstand

Die Saharasia-These oder Wie das Patriarchat entstand

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Die Saharasia-These oder Wie das Patriarchat entstand

Knochen

Oft werde ich gefragt: Wie kam es eigentlich zu den gegenwärtigen gewalttätigen Verhältnissen?

Eine Antwort gibt die Saharasia-These. Sie beschreibt die Entstehung des Patriarchats und zwar anhand geografischer Daten.

Der amerikanische Geograph James DeMeo hat Material über 1170 indigene Kulturen mit Hilfe einer Datenbank ausgewertet, und eine Weltkarte des menschlichen Verhaltens erstellt. Diese Karte veranschaulicht, dass der Patrismus in seiner weltweiten Ausdehnung weder allgegenwärtig noch zufällig ist.

Was vor etwa 7000 Jahren geschah, die Saharasia-These in Kürze:

Das Klima änderte sich,
fruchtbare Gebiete trockneten aus (Sahara, asiatische Wüsten)
die ansässigen Menschen hatten Nahrungsknappheit bis zu extremsten Hungerkatastrophen.
Wie aus heutigen afrikanischen Regionen bekannt, sterben zuerst Alte und Kranke, dann Kinder, dann Frauen.
Männer, vor allem junge kräftige Männer überleben am längsten, bilden Banden (schon vorher, zur Nahrungsbeschaffung) und ziehen zu Raubzügen aus,
beginnen zu wandern (Völkerwanderungen).
Dabei findet eine Charakterveränderung statt,
(Ur-)vertrauen verschwindet,
Angst und Unsicherheit entstehen,
die Mann-Frau– so wie die Mutter-Kind-Bindungen werden empfindlich gestört,
die Kultur verfällt, geht verloren, weil sie nicht mehr überliefert wird.
Folge: Erobern und rauben, und dabei töten, um zum Überleben.

Hungerndes KindEuropa wurde beispielsweise ab 4000 vor unserer Zeitrechnung von den sogenannten Streitaxt-Völkern, den Kurganen, Skythen, Sarmanten, Hunnen, Mongolen, Arabern und Türken überfallen.

Gemeinschaften, die im Überfluss leben, bzw. ihr Auskommen haben, kommen erst gar nicht in diese Situation. Deshalb gibt es ja auch solche Völker noch. Wir nennen sie Naturvölker, wegen ihrer natürlichen – humanen – Lebensweise.

Die Saharasia-These lässt sich leicht mit den Erkenntnissen aus anderen Forschungsgebieten stützen. Im Grunde ist die These eigentlich nur eine Auswertung von Datenmaterial. Der Autor James DeMeo zieht keine Schlüsse, die er nicht mit Zahlen belegen kann. Er rechnet auch nicht hoch, wie das etwa bei Statistiken gemacht wird.

Marija Gimbutas (Archäologin) Kurgan-Hypothese führt zu den gleichen Resultaten, soweit es die Ausbreitung des Patriarchats in Alt-Europa von den südrussischen Wüsten her betrifft.

Bei Wilhelm Reich (Mediziner, Psychiater) und Humberto Maturana (Neurobiologe) werden die Erklärungen gegeben, unter welchen Umständen sich Gewalt entwickelt.

Und in der Schriftforschung (Harald Haarmann) lassen sich die Einflüsse früher patriarchaler Eroberer auf die Urbevölkerung ebenfalls nachvollziehen (speziell in Ost-Europa und im Gebiet des fruchtbaren Halbmondes).1
***

Ganz und gar lehne ich die feministische Haltung ab, dass „der Mann“ oder „die Männer“ am Patriarchat Schuld seien! Patriarchat ist eine Gesellschaftsform, die von allen Mitgliedern, die in diesem Paradigma leben, getragen und an die kommenden Generationen weitergegeben wird. Von den Folgen einer Klimakatastrophe sind beide Geschlechter betroffen. Genauso unlogisch könnte man argumentieren: Die Frauen sind Schuld, denn sie haben die Männer im Stich gelassen, indem sie ihnen weggestorben sind …

Und wem der Wiedergeburtsgedanke nicht fremd ist, weiß: Wir kommen mal als Mann, mal als Frau zur Welt – so what?
***

Wer mehr darüber wissen möchte, wie er oder sie in dieses System geraten ist:
Wie entsteht Gewalt, wie breitet sie sich aus?
Entstehung und Ausbreitung des Patriarchats (Saharasia)

Analoge Beispiele zu den sprachlichen Einflüssen im beginnenden Patriarchat auf die Ur-Europäer lassen sich überall finden, wo indigene Gemeinschaften mit den Gewalttaten der Eroberer konfrontiert sind, und die Begriffe für diese ihnen unbekannten Handlungen als Lehnworte übernehmen. [↩]

https://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/james-demeo/

James DeMeo – Forscher zur Entstehung des Patriarchats durch Wüstenbildung
James DeMeo - Forscher zur Entstehung des Patriarchats

James DeMeo - Forscher zur Entstehung des Patriarchats

Der amerikanische Umweltwissenschaftler Dr. James DeMeo hat die orgonomischen1 Erkenntnisse auf weitere Gebiete ausgedehnt und ist zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt.2

Aus allgemein zugänglichen archäologischen Daten geht hervor, dass die großen Wüsten Afrikas und Asiens vor 6000 Jahren noch grün und saftig waren. Aus einem Kerngebiet in der Sahara hat sich die Wüste seither ringförmig um den Globus entwickelt.3

Diejenigen Kulturen, die von der Wüstenbildung betroffen waren, haben Dürre und Hunger nur überlebt, wenn sie aggressive patriarchalisch-kriegerische Sozialstrukturen entwickelten. Friedliche, einheimische Stämme wurden von ihnen ausgerottet.

Unsere heutigen Kulturen sind direkte Abkömmlinge dieser aggressiven Gesellschaften. Sozial- und Charakterstrukturen, die vor Jahrtausenden geprägt wurden, bedrohen heute das Leben des Planeten schlechthin. Sie beruhen

auf der patriarchalen Unterdrückung von Sexualität,
auf der autoritären Herrschaft älterer Männer (Väter), die sich in Staaten, Religionen, Unternehmen und Organisationen aller Art verfestigt hat.

Die Wüstenbildung – Hauptfaktor der globalen Klimakatastrophe – schreitet indes immer schneller voran, auch durch die unverantwortlichen Eingriffe des Menschen. Rodung, Brände, Abweidung und immer heftigere Dürre-Katastrophen vernichten Kulturland an den Wüstenrändern. Auf der Nordhalbkugel ist das Baumsterben erstes Symptom für die galoppierende Ausbreitung der Wüsten.

In der Zeit vor 5000 v. Chr. existierten auf diesem Planeten keine Kriege und keine patriarchalen Kulturen. Und DeMeos Forschung zeigt, dass die Gegenden, in denen die ersten Anzeichen für Trockenheit und Wüstenbildung auftraten, auch die ersten Gegenden waren, in denen sich kriegerische Kulturen bildeten.4

Die Orgonomie ist die Wissenschaft der kosmischen, primordialen, prä-atomaren, überall im Universum präsenten Energie, der alles Leben entspringt. Sie wurde von Dr. Wilhelm Reich entdeckt. Den Begriff leitete er von Orgasmus und Organismus her, denn zur Entdeckung der Orgonenergie führte ihn seine Untersuchung der Funktion des Orgasmus. Die Orgonomie [↩]
DeMeo: Entstehung und Ausbreitung des Patriarchats, die Saharasia-These (pdf) [↩]
DeMeo, James. Saharasia: the 4000 BCE origins of child abuse, sex-repression, warfare and social violence in the deserts of the Old World : the revolutionary discovery of a geographic basis to human behavior.Orgone Biophysical Research Lab, 1998. [↩]

Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?

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https://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/entstehung-patriarchat-prolo...

Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?

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Wie uns das Patriarchat den Hahn der Lebensenergie zudrehen will

The dust of the Cat's Eye Nebula

In einem Kommentar zu dem Beitrag „Alle Männer sind Schweine“ postet Dianne folgenden Link: Heimliche Verschärfung des Sexualstrafrechts und fragt: „Was geht da ab?“

Dazu nehme ich hier Stellung:

Es geht um ein Gesetz, das bereits als Entwurf in den Ausschüssen im Bundestag vorliegt. Die Essenz: Gefängnis ohne Bewährung für einverständlichen Sex unter Minderjährigen.

Soweit ich es verstanden habe (ich bitte um Korrektur, wenn nötig) geht es um Folgendes:

Bisher gilt:

Sex von irgendwem mit Kindern unter 14 Jahren ist verboten.
Sex von Personen über 18 mit Personen unter 16 ist verboten, wenn die jüngere Person in einer Zwangslage ist oder ihr Entgelt angeboten wird
Sex von Personen über 21 mit Personen unter 16 ist verboten, wenn deren fehlende sexuelle Entwicklungsreife ausgenutzt wird

Geändert werden soll der zweite Punkt:

Sex von irgendwem mit Personen unter 18 soll verboten sein, wenn die jüngere Person in einer Zwangslage ist oder ihr Entgelt oder ein immaterieller Vorteil angeboten wird

Solche Gesetze sollen natürlich prinzipiell Kinder vor sexuellem Missbrauch schützen und Kinderpornografie verhindern.

In einer Gesellschaft jedoch, wo Zwang für Kinder an der Tagesordnung ist (Gehorsam, Schule etc.) ist im Einzelfall die Tatsache, ob die jüngere Person in einer Zwangslage ist oder sie gekauft wurde (was ja im Klartext „Vorteil“ bedeutet), Auslegungssache und abhängig von der Einstellung des Richters/der Richterin.

Angenommen, ein 16jähriger verbringt seine Ferien bei seinem Onkel auf dem Bauernhof und bekommt für die Hilfe bei der Ernte 100 € als Anerkennung. Stolz lädt der Junge seine 15jährige Freundin, zu der er eine sexuelle Beziehung hat, zu einem Zeltausflug übers Wochenende ein. Leider regnet es und die Stimmung fällt in den Keller. Die beiden streiten sich und werfen sich Vorwürfe und Gemeinheiten an den Kopf, wie sie es aus Fernsehfilmen und ihrer sonstigen Umgebung gelernt haben.
Sie verhalten sich einfach „wie die Großen“.

Nun können Sie sich selbst ausmalen, welche Ausdrücke da fallen, die von Beteiligten oder Unbeteiligten (Nachbarn, Eltern, Verwandten, Lehrern) aufgeschnappt werden und wie schnell es da zu einer Anzeige kommen kann.

Oder der andere Fall: Es regnet nicht, die Stimmung ist großartig und man geht zum FKK-Baden, wobei Fotos entstehen, die oben genannte Beteiligte/Unbeteiligte zu sehen bekommen.

Wie schnell da das Jugendamt auf dem Plan steht, verdeutlicht der Film „Snap Decision„, der auf einer wahren Begebenheit beruht. In den USA allerdings. Aber Deutschland hängt da nur ein paar Jahre der amerikanischen Entwicklung hinterher.

Für mich spielt es eigentlich keine Rolle, ob jetzt diese zwangsmoralischen Gesetze noch verschärft werden sollen. Das zeigt ja nur, dass das Patriarchat Amok läuft; dem schwimmen in Internetzeiten, wo Infos nicht mehr von den konformen Medien „ausgewählt“ werden können, die Felle davon.

Das Problem ist, dass Sexualität (inkl. Geburtenregelung) bei Kindern und Erwachsenen überhaupt durch Gesetze geregelt wird.

Ich meine, es wird viel zu wenig von Wilhelm Reich gelesen und ernst genommen. Er hat bereits vor über 50 Jahren nachgewiesen, dass Sexualenergie = Lebensenergie ist. (Von Reich als Orgonenergie bezeichnet und in einer Studie der Phillips Universität Marburg bestätigt.) Wilhelm Reich floh aus Nazideutschland in die USA, wo er aufgrund seiner Forschungsergebnisse bis zum Tod bekämpft wurde. Aber nicht nur dort, Reichs Sexualökonomie wurde von Vertretern sämtlicher parteipolitischer Richtungen angefeindet!

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Die Saharasia-These oder Wie das Patriarchat entstand

Knochen

Oft werde ich gefragt: Wie kam es eigentlich zu den gegenwärtigen gewalttätigen Verhältnissen?

Eine Antwort gibt die Saharasia-These. Sie beschreibt die Entstehung des Patriarchats und zwar anhand geografischer Daten.

Der amerikanische Geograph James DeMeo hat Material über 1170 indigene Kulturen mit Hilfe einer Datenbank ausgewertet, und eine Weltkarte des menschlichen Verhaltens erstellt. Diese Karte veranschaulicht, dass der Patrismus in seiner weltweiten Ausdehnung weder allgegenwärtig noch zufällig ist.

Was vor etwa 7000 Jahren geschah, die Saharasia-These in Kürze:

Das Klima änderte sich,
fruchtbare Gebiete trockneten aus (Sahara, asiatische Wüsten)
die ansässigen Menschen hatten Nahrungsknappheit bis zu extremsten Hungerkatastrophen.
Wie aus heutigen afrikanischen Regionen bekannt, sterben zuerst Alte und Kranke, dann Kinder, dann Frauen.
Männer, vor allem junge kräftige Männer überleben am längsten, bilden Banden (schon vorher, zur Nahrungsbeschaffung) und ziehen zu Raubzügen aus,
beginnen zu wandern (Völkerwanderungen).
Dabei findet eine Charakterveränderung statt,
(Ur-)vertrauen verschwindet,
Angst und Unsicherheit entstehen,
die Mann-Frau– so wie die Mutter-Kind-Bindungen werden empfindlich gestört,
die Kultur verfällt, geht verloren, weil sie nicht mehr überliefert wird.
Folge: Erobern und rauben, und dabei töten, um zum Überleben.

Hungerndes KindEuropa wurde beispielsweise ab 4000 vor unserer Zeitrechnung von den sogenannten Streitaxt-Völkern, den Kurganen, Skythen, Sarmanten, Hunnen, Mongolen, Arabern und Türken überfallen.

Gemeinschaften, die im Überfluss leben, bzw. ihr Auskommen haben, kommen erst gar nicht in diese Situation. Deshalb gibt es ja auch solche Völker noch. Wir nennen sie Naturvölker, wegen ihrer natürlichen – humanen – Lebensweise.

Die Saharasia-These lässt sich leicht mit den Erkenntnissen aus anderen Forschungsgebieten stützen. Im Grunde ist die These eigentlich nur eine Auswertung von Datenmaterial. Der Autor James DeMeo zieht keine Schlüsse, die er nicht mit Zahlen belegen kann. Er rechnet auch nicht hoch, wie das etwa bei Statistiken gemacht wird.

Marija Gimbutas (Archäologin) Kurgan-Hypothese führt zu den gleichen Resultaten, soweit es die Ausbreitung des Patriarchats in Alt-Europa von den südrussischen Wüsten her betrifft.

Bei Wilhelm Reich (Mediziner, Psychiater) und Humberto Maturana (Neurobiologe) werden die Erklärungen gegeben, unter welchen Umständen sich Gewalt entwickelt.

Und in der Schriftforschung (Harald Haarmann) lassen sich die Einflüsse früher patriarchaler Eroberer auf die Urbevölkerung ebenfalls nachvollziehen (speziell in Ost-Europa und im Gebiet des fruchtbaren Halbmondes).1
***

Ganz und gar lehne ich die feministische Haltung ab, dass „der Mann“ oder „die Männer“ am Patriarchat Schuld seien! Patriarchat ist eine Gesellschaftsform, die von allen Mitgliedern, die in diesem Paradigma leben, getragen und an die kommenden Generationen weitergegeben wird. Von den Folgen einer Klimakatastrophe sind beide Geschlechter betroffen. Genauso unlogisch könnte man argumentieren: Die Frauen sind Schuld, denn sie haben die Männer im Stich gelassen, indem sie ihnen weggestorben sind …

Und wem der Wiedergeburtsgedanke nicht fremd ist, weiß: Wir kommen mal als Mann, mal als Frau zur Welt – so what?
***

Wer mehr darüber wissen möchte, wie er oder sie in dieses System geraten ist:
Wie entsteht Gewalt, wie breitet sie sich aus?
Entstehung und Ausbreitung des Patriarchats (Saharasia)

Analoge Beispiele zu den sprachlichen Einflüssen im beginnenden Patriarchat auf die Ur-Europäer lassen sich überall finden, wo indigene Gemeinschaften mit den Gewalttaten der Eroberer konfrontiert sind, und die Begriffe für diese ihnen unbekannten Handlungen als Lehnworte übernehmen. [↩]

Die Ursache von Gewalt – wollen wir sie wissen?

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Entstehung Patriarchat: Die Dürre

Wüste

Der Geograph James DeMeo erforschte über 10 Jahre die verschiedenen Klimagebiete der Erde und studierte sie im Zusammenhang mit der Ausbreitung von Gewalt. DeMeo dissertierte über dieses Thema und sein Buch dazu mit dem Titel „Saharasia“ wurde veröffentlicht.

Der Untertitel dieses großformatigen und 450 Seiten umfassenden Werkes lautet:
„The 4000 BCE Origins of Child Abuse, Sex-Repression, Warfare and Social Violence in the Deserts of the Old World.“

Den Impuls zu dieser Arbeit bekam DeMeo durch die Schriften Wilhelm Reichs und dessen Beschreibung der Entstehung von Gewalt und der gepanzerten Persönlichkeit.

In einem seiner letzten Texte formulierte Reich eine erkennbare Verbindung zwischen Panzerung und Wüsten, zwischen der konkreten, geographischen Wüstenlandschaft und dem, was er emotionale Wüste nannte. Nach einer Periode ausgedehnter atmosphärischer Studien in den Wüsten von Arizona (1954-1955), erörterte Reich wie Pflanzen und Tiere eine dicke und stachelige äußere Schutzschicht gegen die feindliche Umgebung entwickeln. Und wie die Wüsten den Saft aus pflanzlichem und tierischem Leben heraus saugen (’suck dry‘).

Das entspräche den rauen und traumatisierenden Methoden, wie Säuglinge und Kinder behandelt würden, so seine Argumentation, und die der antisexuellen Haltung, die die sanften emotionalen Aspekte des Lebens austrocknen und insbesondere säuerliche, vertrocknete und/oder reizbare Charakterstrukturen auslösen.

Im Buch zitiert DeMeo Reich folgendermaßen:

Wenn sich eine Wüste zu entwickeln beginnt, wenn die natürliche, ursprüngliche Vegetation allmählich der belastenden Dürre anheimfällt und in ihr zugrunde geht und ohne Morgentau das Land unter der brennenden Sonne zunehmend austrocknet … kämpft das Leben immer noch weiter.
Ein neuer Typ Leben, eine sekundäre Vegetation taucht auf, angepasst an die trostlosen Existenzbedingungen der Wüste. Es ist ein hässliches, schlecht ausgestattetes Leben. Der Stamm des Cholla-Kaktus oder des Feigen-Kaktus oder des Palo Verde-Baums sind nicht solide wie der Stamm einer Eiche oder einer Birke.

Der Stamm besteht aus einzelnen, schmalen Fasern, die brüchig und spröde sind und so bleiben, und keine Verbindung oder Verschmelzung zueinander aufweisen. Die ganze Pflanze ist mit Borsten oder langen Stacheln bedeckt. Sie erinnern uns an die Ähnlichkeit mit dem reizbar-stachligen äußeren Verhalten von Menschen, die innerlich leer und wüstenartig sind. Das ist nicht eine reine Analogie. Der Vergleich ist tatsächlich sehr weitreichend.
Die Wüstenpflanzen entwickeln entweder wie der Feigen-Kaktus lederartige stachlige Sprosse, oder Strukturen wie beim Cholla-Kaktus, wo der grüne chlorophyllhaltige Teil auf die äußersten Enden der Zweige beschränkt ist.

Für das Wüstenleben ist charakteristisch, dass sogar die Tiere ein borstiges, stacheliges Äußeres oder scharfe, spitze Körperteile zum Töten besitzen: Der Skorpion, die Klapperschlange, die giftige Gila-Krustenechse … Diese Vegetation ersetzt langsam die letzten Überreste der primären Pflanzenwelt und mit der fortschreitenden Wüstenbildung hin zum Endstadium – der Sand-Wüste – stirbt auch die sekundäre Vegetation und nichts bleibt außer Sanddünen.

Mit der weltweiten Ausbreitung der Wüste gehen Zivilisationen unter, das Leben in den betroffenen Gebieten stirbt völlig aus, die Menschen versuchen entweder zu entkommen oder passen sich ebenfalls an das Wüstenleben in den seltenen grünen Flecken, den Oasen, an.

Die ständige Anwesenheit des Todes … und das allgegenwärtige unterschwellige Bewusstsein des unabwendbaren Endes ist charakteristisch für beides: Leben in der Wüste und Leben im gepanzerten Menschen.

Die Leblosigkeit der Gefühle, ausgetrocknetes Gewebe im Wechsel mit aufgedunsener Schwellung, fetter Schwabbeligkeit oder der Neigung zu Wassersucht bzw. Krankheiten, die Wassersucht hervorrufen; Alkoholismus, der zur Stimulierung dessen dient, was vom ursprünglichen Sinn des Lebens noch übrig ist, Kriminalität und Psychosen und die letzten Zuckungen eines vereitelten, frustrierten, schwer misshandelten Lebens sind nur ein paar der Konsequenzen einer emotionalen Wüste.1

Während sich Wüsten an mehreren Orten der Welt bildeten – die große Sahara-Wüste im arabischen Nordafrika und die riesigen Wüsten des mittleren Ostens und Zentral-Asiens gab es vor 4000 v.u.Z. noch nicht – konzentrieren wir uns auf den Kulturraum östlich von Europa. Hier erschütterte eine massive Klimaänderung die alte Welt, als vor ungefähr 7000 Jahren beträchtliche Bereiche der damals üppigen, zum Teil bewaldeten, Graslandsavanne rasch austrockneten und sich in raues Ödland verwandelten.

Die globale Erwärmung nach den Eiszeiten beschleunigte das Austrocknen dieser enorm großen Wüstenregionen, die seit DeMeo als „Saharasia“ (=Sahara/Arabia/Asia) bekannt ist.

*

Sehr schöne Photos: Überbleibsel der grünen Sahara

Wilhelm Reich: The Emotional Desert. In: Selected Writings: An Introduction to Orgonomy, New York : Farrar, Straus and Giroux, 1973, S. 461-3. Übersetzung von mir [↩]

Serie Entstehung Patriarchat

Die Saharasia-These oder Wie das Patriarchat entstand

Knochen

Oft werde ich gefragt: Wie kam es eigentlich zu den gegenwärtigen gewalttätigen Verhältnissen?

Eine Antwort gibt die Saharasia-These. Sie beschreibt die Entstehung des Patriarchats und zwar anhand geografischer Daten.

Der amerikanische Geograph James DeMeo hat Material über 1170 indigene Kulturen mit Hilfe einer Datenbank ausgewertet, und eine Weltkarte des menschlichen Verhaltens erstellt. Diese Karte veranschaulicht, dass der Patrismus in seiner weltweiten Ausdehnung weder allgegenwärtig noch zufällig ist.

Was vor etwa 7000 Jahren geschah, die Saharasia-These in Kürze:

Das Klima änderte sich,
fruchtbare Gebiete trockneten aus (Sahara, asiatische Wüsten)
die ansässigen Menschen hatten Nahrungsknappheit bis zu extremsten Hungerkatastrophen.
Wie aus heutigen afrikanischen Regionen bekannt, sterben zuerst Alte und Kranke, dann Kinder, dann Frauen.
Männer, vor allem junge kräftige Männer überleben am längsten, bilden Banden (schon vorher, zur Nahrungsbeschaffung) und ziehen zu Raubzügen aus,
beginnen zu wandern (Völkerwanderungen).
Dabei findet eine Charakterveränderung statt,
(Ur-)vertrauen verschwindet,
Angst und Unsicherheit entstehen,
die Mann-Frau– so wie die Mutter-Kind-Bindungen werden empfindlich gestört,
die Kultur verfällt, geht verloren, weil sie nicht mehr überliefert wird.
Folge: Erobern und rauben, und dabei töten, um zum Überleben.

Hungerndes KindEuropa wurde beispielsweise ab 4000 vor unserer Zeitrechnung von den sogenannten Streitaxt-Völkern, den Kurganen, Skythen, Sarmanten, Hunnen, Mongolen, Arabern und Türken überfallen.

Gemeinschaften, die im Überfluss leben, bzw. ihr Auskommen haben, kommen erst gar nicht in diese Situation. Deshalb gibt es ja auch solche Völker noch. Wir nennen sie Naturvölker, wegen ihrer natürlichen – humanen – Lebensweise.

Die Saharasia-These lässt sich leicht mit den Erkenntnissen aus anderen Forschungsgebieten stützen. Im Grunde ist die These eigentlich nur eine Auswertung von Datenmaterial. Der Autor James DeMeo zieht keine Schlüsse, die er nicht mit Zahlen belegen kann. Er rechnet auch nicht hoch, wie das etwa bei Statistiken gemacht wird.

Marija Gimbutas (Archäologin) Kurgan-Hypothese führt zu den gleichen Resultaten, soweit es die Ausbreitung des Patriarchats in Alt-Europa von den südrussischen Wüsten her betrifft.

Bei Wilhelm Reich (Mediziner, Psychiater) und Humberto Maturana (Neurobiologe) werden die Erklärungen gegeben, unter welchen Umständen sich Gewalt entwickelt.

Und in der Schriftforschung (Harald Haarmann) lassen sich die Einflüsse früher patriarchaler Eroberer auf die Urbevölkerung ebenfalls nachvollziehen (speziell in Ost-Europa und im Gebiet des fruchtbaren Halbmondes).1
***

Ganz und gar lehne ich die feministische Haltung ab, dass „der Mann“ oder „die Männer“ am Patriarchat Schuld seien! Patriarchat ist eine Gesellschaftsform, die von allen Mitgliedern, die in diesem Paradigma leben, getragen und an die kommenden Generationen weitergegeben wird. Von den Folgen einer Klimakatastrophe sind beide Geschlechter betroffen. Genauso unlogisch könnte man argumentieren: Die Frauen sind Schuld, denn sie haben die Männer im Stich gelassen, indem sie ihnen weggestorben sind …

Und wem der Wiedergeburtsgedanke nicht fremd ist, weiß: Wir kommen mal als Mann, mal als Frau zur Welt – so what?
***

Wer mehr darüber wissen möchte, wie er oder sie in dieses System geraten ist:
Wie entsteht Gewalt, wie breitet sie sich aus?
Entstehung und Ausbreitung des Patriarchats (Saharasia)

Analoge Beispiele zu den sprachlichen Einflüssen im beginnenden Patriarchat auf die Ur-Europäer lassen sich überall finden, wo indigene Gemeinschaften mit den Gewalttaten der Eroberer konfrontiert sind, und die Begriffe für diese ihnen unbekannten Handlungen als Lehnworte übernehmen. [↩]

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